Keine Leser
Doch eine der unbeabsichtigten Folgen des Web 2.0 ist vielleicht, dass zwar jeder zum Autor wird, doch kein Lesepublikum mehr da ist.
Andrew Keen findet Web 2.0 doof. Wie komisch bloss, dass der Artikel genau auf einer solchen Plattform veröffentlicht wird, und, man stelle sich vor, ich diesen sogar gelesen habe, um ihm nicht wirklich zuzustimmen.
Andrew Keen scheint der Auffassung zu sein, dass sich Kreativität aus sich selbst gebiert. Wie eigenartig, dass sich praktisch für alle grossen Werke der Weltkultur verfolgen lässt, wo sich ihre Ersteller inspirieren liessen …
Der Leser stirbt nicht aus. Er liest weiter, wie verrückt, um das Gelesene zu verarbeiten, kommentieren, parodieren, um es als Samen für seine eigenen Werke zu brauchen. Er wird zum Autor – aber waren Autoren nicht schon immer passionierte Leser?