Schon mal was von «Usability» gehört?
Eine solche Frage an die Informatikdienste der Uni Bern wäre zumindest mal angebracht, liest man Mario Aebys pointierten Artikel zum ePub, Uni Berns gehypten Prüfungsverwaltungssystem:
Was uns Aussenstehenden aber verwehrt bleibt: Der Blick auf die Oberfläche, wenn man sich einmal eingeloggt hat. Schrecklich. Das Bild des Grauens, das bereits mit dieser “Safari”-Meldung genährt wurde, wird durch das GUI nur noch weiter verstärkt. Wer so etwas designed und programmiert hat, läuft mit einem riesigen Brett vor seinem Kopf herum, auf dem steht “Weltfremder Entwickler”. Dass unter den Entwickler wohl kaum jemand sein wird, der diese Applikationen im “richtigen Leben” jemals bedienen müsste, liegt auf der Hand. Die Handschrift dieses Denkens findet sich unverkennbar wieder.
Ich muss mich damit nicht mehr herumschlagen, glücklicherweise — aber ist es angesichts solcher Umstände erstaunlich, dass die Phil.-Hist.-Fakultät sich aus dem Projekt gezogen hat und ihre eigene Lösung (ePhi) erstellt hat? Eine Lösung übrigens, die im Gegensatz zum ePub-Absturz wirklich zu gebrauchen ist (was vielleicht damit zusammenhängt, dass sich der Entwickler etwas dabei gedacht hat).
Leider ist ePhi nur als Zwischenlösung bis zur Realisation von ePub gedacht (gewesen). Der Entwickler, Simon Bünzli, hat aber bewiesen, zu was ein Mann fähig ist - mit Hilfe von Open-Source-Werkzeugen. Dass er sein Studium vor Kurzem an der Uni Bern abgeschlossen hat, ist ein weiterer Pluspunkt - er kennt die Leiden und Nöte der Studenten wohl aus eigener Erfahrung am Besten.
An ePub dagegen werkeln (mindestens!) drei Nasen, ohne sich mit Ruhm zu bekleckern.
Übrigens: ePhi basiert auf Python, ePub auf .NET. Wo Microsoft drin ist, wird Bloatware draus …