2005-08-22T18:10

Dem Tod einen Schritt näher

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Velofahrn

Am Samstag auf den Aran Islands gewesen – und mir dabei, höchst erstaunlich für Irland, einen Sonnenbrand geholt. Es ist nicht ganz unwahrscheinlich anzunehmen, dass die Aranier (hmm … warum kommt mir das bloss so bekannt vor?) einen Pakt mit dem Teufel abgeschlossen haben (warum klingt das jetzt noch vertrauter?1), der ihnen im Tausch gegen ihre Seele beständig gutes Wetter beschert, so dass sie ungestört tonnenweise Touristen abfertigen können.2

Die Insulaner machen es nicht ganz ungeschickt – es gibt auch nicht gerade viele andere Möglichkeiten: gleich nachdem die Ausflügler den Fähren (mir wurde natürliche wieder mal übel) entstiegen sind, wird ihnen ein Fahrrad verpasst.

Aran Bicycle Hire

Damit kann man dann den geteerten Strassen zu den vier Höhepunkten der Insel radeln – was natürlich alle machen. Glücklich derjenige, der es schafft, die weniger begangenen Wege zu entdecken und den Touristenströmen zu entfliehen; selbst wenn er damit rechnen muss, in einer Sackgasse zu landen.

Zen-Pferd

Den Tieren machen die Touristenströme kaum etwas aus. Pferde, Esel, Ziegen und Schafe (wer hätte das gedacht! Ich sehe meine ersten irischen Schafe!) scheinen zum Zen-Buddhismus konvertiert zu sein und stehen in galanter Pose vor pittoresker Landschaft, den Blick meditativ auf das Meer gerichtet. Zum Glück sind sie so weit in anderen Sphären, dass sie nicht noch Geld verlangen, wenn man sie ablichtet.

Sobald einen der Hintern schmerzt, kehrt man wieder zum Hafen zurück, wo man das obligate «Been here, done that, got the t-shirt»-T-Shirt kaufen kann – doch aufgepasst! In Aran gibt es keine T-Shirts. Sondern echte (genuine!) handgelismelte Pullover. Zum Glück ist mein Gepäck schon so übervoll, dass ich im mich zurückhalten konnte, und die Halb-Sieben-Fähre zurück nahm; gerade rechtzeitig, denn kaum verliess die Fähre den Hafen, fielen die ersten Tropfen …


  1. Die DSA-Redaktion hat sich nicht nur bezüglich dieses Namens in Irland bedient – man stelle sich mein Grinsen vor, als ich den ersten Satz der Legenden von Cuchulain of Muirthemne las: In the time long ago, Conchubar, son of Ness, was King of Ulster, and he held his court in the palace of Emain Macha. (Ganz allgemein interessante Lektüre für Fantasy-Fans, die wissen wollen, woher Fantasy eigentlich kommt; sprachlich ganz im Stil Tolkiens gehalten, jedoch mit dem besonderen Einschlag, den irische Geschichten so an sich haben). 

  2. Dieser Verdacht wird noch dadurch verstärkt, dass fast alle Co-Studenten von den Aran Islands mit einem Sonnenbrand zurückgekehrt sind – selbst die Spanier, die sich das ja eigentlich gewohnt sein sollten … 

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