WIRED Ad Watch
Nicht nur WIRED an sich ist spannend, sondern auch die Werbung, die darin gebracht wird. Es lohnt sich, daraus ein paar Spezialfälle hervorzuholen …
Kinderspiel
«Technology changes. Communication lasts» verspricht diese Anzeige vollmundig. Nun, so viel Kind war ich noch, um zu wissen, dass diese Kommunikation nicht funktioniert – das Joghurtbecher-Telefon arbeitet nämlich nur, wenn die Schnur dazwischen gespannt ist. Wie sonst würden sich die Schwingungen übertragen können. Peinlich, wenn man mit Technologie protzen will – und sich dabei nicht mal mit Wald-und-Wiesen-Tricks auskennt …
«It’s not a bug, it’s a feature»
Teil «irgendwas-in-fünfstelliger-Höhe»: Microsoft kapiert immer noch nicht, dass das Problem ihrer Software im Design liegt und nicht in fehlenden Features. Was ist also ihre Lösung, um dem Problem massenhaft versandter, sogenannt vertraulicher E-Mails entgegenzutreten? Nicht etwa eine Änderung des Benutzerinterfaces, um die Gefahr zu verhindern, dass man den «Nachricht an alle Adressbucheinträge senden»-Button klickt, der schon mal nicht existieren sollte; nein, man verkauft Microsofts Rechtebeschneidungstechnologie als wünschenswertes Feature1: Damit sei es möglich, das Weiterleiten von Mails zu verhindern. Sehr schön. Bloss wird das Nacktfoto von Paris Hilton2 genau diese Rechteverwaltung nicht haben und – oops – genauso in der Mailbox der Chefin landen.
Mal abgesehen davon: PDFs können das schon lange. Also: was solls?
Genau das: von Microsofts offensichtlicher Unfähigkeit ablenken, die Probleme der eigenen Software zu erkennen. Und möglichst unbemerkt die Rechtebeschneidung einführen können.3
Backflash
Herrgott, wie süss. Bei einer solchen Anzeige wird einem ja direkt warm ums Herz. Wie lange ist das nun wohl schon her, dass man in Anzeigen ellenlange, herzzerreissende Geschichtchen erzählt hat, die einem leichtfüssig und spielerisch die Vorzüge des beworbenen Produktes näherbringen sollten? Muss wohl so in den Vierziger–Fünfziger-Jahre gewesen sein. Und hier steht die Form wieder auf.
Bloss sind statistisch gesehen die meisten, die nach einer so langen Todeszeit wieder aufstehen … Zombies.
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Zugegeben: Das Marketing ist clever, da kann man nichts machen. Aber die Produkte werden damit nicht besser. ↩
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Wenn Sie mit Google hierhin gekommen sind: hier gibts keine Nacktbilder von Paris Hilton. Ätsch. Angeschmiert. ↩
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Ich möchte manchmal wissen, wieviele Leute die neu eingeführten Features einer Software wirklich verwenden. Ich vermute, dass gut 90% ihren Arbeitsstil in keiner Weise ändern – dass also der Grossteil der pompös eingeführten neuen Funktionen schlicht unbenutzt bleiben. Ein Beispiel? Adobe Acrobats Überarbeitungsfunktion – eigentlich eine erweiterte Kommentarfunktion –, mit der man Text-Überarbeitungen angeben kann. Wir senden im Büro tonnenweise PDFs zur Ansicht und Korrektur weg – die meisten kommen ausgedruckt und von Hand korrigiert zurück. ↩





ich hab mich auch gefragt, ob die huawei-menschen so doof sind (oder ob sie nie selbst ein schnurtelefon gebastelt haben). und die office-werbung hab ich schlichtwegs überlesen….