2005-02-01T21:40

5 Minuten für Akademiker

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Studiversum Frontseite

Studenten sind eine begehrte Zielgruppe, das mag wohl stimmen. Aber muss man, um sich an sie heranzumachen, wirklich ein Magazin herausbringen, dass sich von der Unterhaltungs-Sektion des 20 Minuten gerade mal durch die Verwendung von Hochglanzpapier unterscheidet#[kreuzworträtsel]?

[kreuzworträtsel]: Und dabei nicht einmal ein Kreuzworträtsel hat?

Das neu lancierte Produkt nennt sich StudiVersum (wie oooriginnell …) und ist ein Verbrechen der StudiMedia GmbH. Dass es ihnen dabei nicht wirklich um Inhalte, sondern vor allem um den Inserateverkauf geht, zeigt schon ihre Ankündigung:

StudiVersum wird sechs Mal jährlich erscheinen und an allen Fachhochschulen und Universitäten der Deutschschweiz kostenlos verteilt. Die Startauflage beträgt jeweils 30’000 Exemplare.

Hinter StudiVersum steht ein zehnköpfiges Team um Chefredaktorin Audrey Jourdan. Ziel ist es, die Studierenden sowohl kreativ zu informieren als auch ansprechend zu unterhalten. StudiVersum ist eine politisch und konfessionell neutrale Publikation und hebt sich durch seinen Magazincharakter und die breite Verteilung von den bestehenden Publikationen ab. StudiVersum will alle ausbildungsspezifischen Themen aufgreifen, welche von Wichtigkeit sind: Wie muss ich mich für die Universität anmelden? Wo erhalte ich Stipendien? Welche Fachhochschule hat die beste Mensa? Wo kann ich günstig Sport treiben? Dazu gibt es aktuelle Ausgeh- und Kinotipps sowie die exklusive Kolumne „Moulin Rouge“.

Die erste Ausgabe von StudiVersum greift mit „Studi-Art“ Themen rund um Vorurteile, Selbstbilder und die Realität auf. Daneben werden Fragen wie „Weshalb ist Kaffee ein schädliches Getränk?“ und „Finden Studierende im Internet leicht einen neuen Partner?“ beantwortet und die studentische Nationalrätin Pascale Bruderer portraitiert.

Herausgegeben wird StudiVersum von der StudiMedia GmbH, einer Agentur für Hochschulmarketing mit Sitz in Bern. StudiMedia betreibt seit vier Jahren die Internetseite www.studisurf.ch, das umfassendste Internetportal für Studierende in der Schweiz. Mit der Lancierung von StudiVersum hat StudiMedia damit ihr Portfolio entscheidend ausgebaut und weiterentwickelt.

Die Beschreibung ist etwas hochgegriffen – denn das ach so kreative Magazin ist ein rechter Tiefflieger, und zwar sowohl inhaltlich wie auch gestalterisch. Allein das Cover ist eine Zumutung. Zumindest muss man zugeben, dass der Inhalt durchaus diesem ersten Eindruck gerecht wird.

Während der Reaktion nichts weiter einfällt, als Clichés aufzuwärmen (Schon 1 Tasse [Kaffee] ist schädlich!; Schwere Fachliteratur hinterlässt nun mal ihre Spuren!), ohne diese in irgend einer Weise zu vertiefen, verpackt der werte Herr Grafiker das Ganze in einen chaotischen Typosalat, in den er nicht nur eine unglaublich fette Version der James-Bond-Titelschrift zusammen mit einer Futura und einer Courier wirft, sondern auch noch, als wäre diese Übelkeit erregende Kombination noch nicht genug, das Ganze kräftig mit fetten Linien, Boxen mit stark abgerundeten Ecken und weiteren Mätzchen – die meisten davon frei im Raum hängend – würzt, was vor allem demonstriert, dass er noch selten etwas von Rastersystemen gehört hat. Lesefreundlichkeit sucht man da vergebens – was aber kaum ins Gewicht fällt, da ja schon die Themen gar nicht zum Lesen anregen.

Was bleibt, ist eine schmalmagere und verzweifelt nach nichtexistentem Niveau suchende Version des 20 Minuten. Für die ersten 5 Minuten der letzten Vorlesung des Tages wird es vielleicht reichen – danach kann der Hauswart das Altpapier vom Boden wischen …

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