«Barrierefreiheit ist Luxus»
– lieber bezahlt man ein sauteures Content-Managment-System, auf das zwar Google nicht zugreifen kann, aber für solche Dinge kann man ja noch einen Search Engine Optimizer anheuern … Aus aktuellem Anlass – da in Deutschland gerade heiss darüber diskutiert wird und weil wir im Büro im Moment einen ähnlichen Fall haben (man erinnere sich an [solche] [1] Beispiele), wo mit den selben Schein-Argumenten von Seiten der Gegenpartei gefochten wird, zwei Artikel, wie geschaffen für Iwan ;) (via [schockwellenreiter] [2]): * [man bedim len?: Barrierefreiheit vs. verkrusteten Strukturen im öffentlichen Dienst] [3] * [Geschenkt ist noch zu teuer] [4] Die Argumentation ist klar: Barrierefreie Websites sind mittelfristig weit kostengünstiger als die klassischen font/span/table-garbage-collections. Eine Erfahrung, die ich/wir nur bestätigen können: In der Regel sind die Konzepte für neue Websites ein vielfaches schneller erstellt als früher, wo jede Änderung in der Hauptnavigation einem kleinen Erdbeben gleichkam, da dies wieder mindestens eine Stunde Arbeit in Photoshop bedeutete, bis man die Hauptnavigation wieder einigermassen hergerichtet hatte, ohne gerade das gesamte Layout auseinander brechen zu lassen…. Und der Unterhalt selbst wird zur mühseligen Tortur: das Einfügen eines neuen Mitarbeiters in die Staff-Liste zieht Änderungen an 7 Dateien nach sich (und natürlich handelt es sich dabei nicht um eine simple Liste, sondern eine Tabelle, mit einem Bild in der einen Tabellenzelle, den Daten in der Zelle daneben – und das zweispaltig…. Wo ich Anfang meines Dienstes noch spasseshalber von «Search & Destroy» gesprochen habe, musste ich nun erkennen, dass ich damit gar nicht so weit entfernt lag … Doch trotz solche Katastrophen findet es der «Webmaster» nicht nötig, mehr als seine wöchentlichen 8 Stunden an der Website zu arbeiten…. Gäbe es nur noch für die seriösen Webunternehmen, wie [Wolfgang Wiese] [5] diese richtig bezeichnet, bestimmte Zertifikate oder Fähigkeitsausweise, so würde ein Grossteil der heutigen so genannten Webdesignern ziemlich spurlos von der Bildfläche verschwinden…. Dieselben, die noch vor einigen Jahren davon geschwärmt haben, wie «unglaublich dynamisch» das Web doch sei, sind inzwischen wie Gargyle versteinert, ihre Füsse fest verkrallt in den Müllhaufen aus veralteten, proprietären Tags, verkommenen Browser-Weichen und selbstgestrickten CM-Systemen, diesen Abfall eifrig verteidigend unter dem Label «langjährige Erfahrung».