Augenkrebs
Eigentlich würde man ja meinen, dass (Werbe-)Plakate in aller Regel von ausgebildeten Grafikern und Typographen gestaltet werden. Leider scheint das nicht immer der Fall zu sein – oder aber die Ausbildung ist höchst ungenügend, wenn sogar ich, der ich keine solche Ausbildung genossen habe, besser über solche Dinge informiert bin.
Denn die Leute kennen offensichtlich den Unterschied zwischen einer Bildschirm- und einer Drucker-Schrift, auch nach 20 Jahren der Einführung des Macintoshs immer noch nicht. Oder warum zum Donnerdrummel brauchen immer mehr Gestalter auf Plakaten die «Verdana»?! Erst heute ist mir wieder so eines untergekommen – und als ob die Verdana nicht schon genug wäre, auch noch gleich gebevelt und mit Schlagschatten. Ächz.
Es sollte denn Leuten doch klar sein, dass sie zwei so verschiedene Medien wie Papier und Bildschirm auch unterschiedliche Schriften verlangen. Auf dem Bildschirm, mit seiner geringen Auflösung, bringen hoch detaillierte Schriften kaum etwas. Statt dessen geht es darum, klar unterscheidbare Typen zu gestalten (so dass man klein l und gross I und die Zahl 1 unterscheiden kann – so wie das bei der Verdana mit der für die serifenlose Schrift eigentlich nicht gebrauchten Serifen passiert). Gleichzeitig sind die Strichstärken kaum (wie bei der Verdana) oder überstark (wie bei der Georgia) differenziert, da man es sonst nicht oder zuwenig sehen würde. Das sind alles Beschränkungen, die für den Bildschirm gelten, auf dem Papier mit 300 dpi und grösser ist das aufgehoben, und erklärt die unglaubliche Schriftenvielfalt, die wir heute haben. Und dann muss man trotzdem so eine langweilige und undifferenzierte Schrift wie die Verdana brauchen? Ich glaub es nicht.
Um es ganz klar zu machen: diese Schriften werden nicht ausgedruckt: Andale Mono, Charcoal, Chicago, ComicSans, Courier, Gadget, Geneva, Georgia, Monaco, QuickType, Tahoma, Trebuchet, Verdana.
Verboten. Aber echt.