2003-10-25T17:19

Eine Betrachtung über den Unterschied von Win und Mac

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(Der Artikel ist ein Auszug aus einem früheren Artikel, wo ich dran war, Panther zu installieren, was aber nun nicht mehr wirklich etwas zur Sache tut.)

Warum ist besser als ? Natürlich könnte ich jetzt das klassische Argument anführen: ist instabiler und stürzt mehr ab. Ich werde das aber nicht tun, denn Win XP ist durchaus stabil. Das Problem liegt ganz woanders. Beim User-Interface.

Dies ist offensichtlich etwas, was Microsoft bis heute nicht kapiert hat, wie wichtig ein ausgeklügeltes Benutzer-Interface ist. Offensichtlich macht sich die Tatsache, dass diese Idee von Anfang an eine Kopie war, immer noch bemerkbar, auch wenn man denken müsste, dass fast 20 Jahre dieser Firma eigentlich genügend Zeit gegeben haben sollte, um etwas zu lernen. Aber noch immer ist Microsoft bloss am kopieren – und zwar in den meisten Fällen bloss den äusseren Look, ohne die Prinzipien zu erkennen.

Dem Mac wird oft vorgeworfen, dass man nichts «von Hand» einstellen kann. Der Vorwurf ist mit klar unbegründet, denn mit dem Terminal hat man ein mächtiges Tool, um ziemlich tief in das System eingreifen zu können. Bloss gibt es nicht viele Leute, die das tun; und für die meisten ist dies auch nicht nötig. Das Interface stellt die essentiellen Einstellungen zur Verfügung.

Damit ist denn eigentlich auch schon das Wichtige gesagt: Das Essentielle. Mehr braucht es nicht, und das ist genau der Fehler, den Microsoft beständig macht. Das Interface von sehr viele Einstellungsmöglichkeiten bereit, schlecht angeschrieben (meistens mit einem kaum verständlichen Gemisch aus Markennamen, Zahlen und Geekish), die für den Normalverbraucher gar nicht nötig wären. Sie sind aber da, und verwirren ihn. Man muss dem User nur eine Schaltfläche geben, und man kann sicher sein, dass sie angeklickt wird. Wenn man soviel einstellen kann, so ist es kein Wunder, dass man damit nach einer gewissen Zeit ein ziemlich instabiles System hat, das bloss eine weitere kleine Software zum crashen bringen kann.

Man stelle sich mal ein Auto vor, dass für eine irgendwo justierbare Schraube einen entsprechenden Schalter vorne an der Konsole hat. Jeder kann sich vorstellen, dass dies sehr schnell sehr unpraktisch würde: das Ganze komplett unübersichtlich, und nach kurzer Zeit wäre der Wagen nicht mehr fahrtüchtig, da jeder Fahrer, falls mal etwas nicht gleich so geht wie’s sollte, einfach mal ein bisschen an den Knöpfen rumschraubt. Es ist dann nicht verwunderlich, wenn der Mechaniker, der sich dann des Wagens annehmen darf, eine Herzbaracke kriegt, wenn er sieht, was da gelaufen ist …

Und trotzdem geht es überall in der Welt den Informatikern genauso, wenn sie PCs reparieren müssen – wenn sie sehen, dass wieder einmal einer rumgespielt hat, wo er nicht sollte.

Ein gutes Interface sollte den Benutzer unterstützen und nicht gegen ihn arbeiten (das ist klar), es sollte aber auch verhindern, dass der Benutzer potentiell Schaden am System anrichten kann. Darauf kann und muss ich mich bei verlassen können, wenn ich damit experimentiere, und Apple hat mich noch selten enttäuscht. Bei Microsoft wäre ich da nicht so sicher, ob deren Interface dasselbe leisten kann. Als Beispiel mag eine Erfahrung dienen, die zwei meiner Bekannten gemacht haben: Die meisten wichtigen Daten, die ein Programm von selber anlegt, ohne durch einen Benutzer bewusst abgespeichert zu werden, sollten in in die Library gelangen, in den meisten Fällen in den «Application Support»-Ordnern. Microsoft Office v.X tut dies jedoch nicht: dieses stellt einen Ordner «Microsoft Benutzerdaten» in den Dokumente-Ordner. Dieser Ordner ist aber eigentlich für vom Benutzer angelegte Dokumente gedacht. So mag es dann nicht verwundern, dass zwei meiner Bekannten diesen gelöscht haben, mit der (durchaus korrekten) Begründung, sie haben ihn ja nicht angelegt, und sie wollten nur Ordnung in ihrem Dokumente-Ordner. Dumm gelaufen, denn damit waren sämtliche Benutzerdaten, wie etwa Mails, unwiderruflich gelöscht. Das dürfte in einem gut angelegten Interface nicht passieren, und schon allein die zwei mir bekannten Fälle sind zwei Fälle zuviel.

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